Bitpanda liefert Krypto-Infrastruktur für Raiffeisen-Banken in Mittel- und Osteuropa
Bitpanda und die Raiffeisen Bank International haben einen gruppenweiten Rahmen angekündigt, mit dem Banken im RBI-Netzwerk in Mittel- und Osteuropa Krypto-Dienste anbieten können. Die Infrastruktur stammt von Bitpanda Enterprise und kann nach Angaben der Partner bis zu 18 Millionen Bankkunden erreichen. Jede lokale Bank entscheidet selbst, ob, wann und mit welchen Produkten sie startet. Für Kunden in den Niederlanden, Deutschland und Italien ändert sich unmittelbar nichts.
Bitpanda und die Raiffeisen Bank International (RBI) haben am 23. September 2026 einen gruppenweiten Rahmen angekündigt, mit dem Banken innerhalb des RBI-Netzwerks in Mittel- und Osteuropa ihren Kunden Krypto-Dienste anbieten können. Die technische Infrastruktur dazu stellt Bitpanda Enterprise, der Geschäftskundenbereich der Wiener Plattform. Nach Angaben beider Partner kann der Rahmen letztlich bis zu 18 Millionen Bankkunden erreichen.
Um einen gleichzeitigen Start in der gesamten Region geht es ausdrücklich nicht. RBI und Bitpanda beschreiben die Vereinbarung als gemeinsame Grundlage, auf der die lokalen Tochterbanken selbst aufbauen: Jede Bank entscheidet, ob und wann sie Krypto-Dienste anbietet, welche Produkte dazugehören und wie diese zu den jeweiligen Markt- und Aufsichtsanforderungen passen. Konkrete Starttermine je Land wurden nicht genannt; sie sollen laut den Partnern pro Markt bekannt gegeben werden.
Das Modell geht auf eine frühere Zusammenarbeit in Österreich zurück. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien war nach Darstellung von Bitpanda eine der ersten traditionellen Banken in der Europäischen Union, die ihren Kunden Krypto-Zugang innerhalb der bestehenden Bankumgebung ermöglichte – mit Bitpanda als Anbieter im Hintergrund. In der Ankündigung kommen Bitpanda-Co-CEO Christian Trummer und RBI-Vorstandsvorsitzender Michael Höllerer zu Wort; sie stellen den Rahmen als Ausweitung dieses österreichischen Ansatzes auf das übrige Netzwerk dar.
Die Vereinbarung passt in eine breitere Linie bei Bitpanda Enterprise, das Krypto-Dienste an Banken und Broker liefert statt direkt an Privatkunden. Anfang dieses Monats teilte das Unternehmen mit, dass es den Krypto-Zugang für Kunden der BW-Bank in Deutschland bereitstellt, die zur LBBW-Gruppe gehört. Auch in unseren Märkten gibt es dieses Modell bereits: Bei N26 in Deutschland übernimmt Bitpanda die Verwahrung der Krypto-Bestände, während bunq in den Niederlanden für seine Krypto-Funktion mit Kraken zusammenarbeitet.
Für Nutzer in den Niederlanden, Deutschland und Italien ändert sich mit dieser Ankündigung unmittelbar nichts: Der Rahmen betrifft das RBI-Netzwerk in Mittel- und Osteuropa, und das bestehende Privatkundenangebot von Bitpanda bleibt unverändert. Innerhalb der Europäischen Union fallen solche Dienste unter MiCAR, die europäische Kryptoverordnung: Ein Anbieter mit MiCAR-Lizenz kann diese im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum nutzen. Bitpanda verfügt über eine solche Lizenz. Das RBI-Netzwerk reicht allerdings auch in Länder außerhalb der EU, in denen nationale Regeln gelten, sodass das Angebot je Markt unterschiedlich ausfallen kann.
Solche Vereinbarungen zeigen vor allem, dass Krypto in Europa immer häufiger über die eigene Bank oder den eigenen Broker angeboten wird – mit einem lizenzierten Partner im Hintergrund. Für Nutzer wird damit weniger klar, wer die Leistung tatsächlich erbringt und welche Kosten und Bedingungen dazugehören. Wer sehen möchte, welche Anbieter in Deutschland verfügbar sind und wie sie sich bei Kosten, Angebot und Aufsicht zueinander verhalten, findet eine Übersicht in unserem Vergleich der Krypto-Anbieter.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit Risiken verbunden; ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
