Coinbase tauscht USDT und 13 weitere Token für europäische Kunden in USDC
Coinbase tauscht am 30. Oktober 2026 vierzehn Krypto-Token automatisch um – betroffen sind Privatkunden im Europäischen Wirtschaftsraum, unter anderem bei den Stablecoins USDT und PYUSD. Bis zu diesem Datum können Kunden ihr Guthaben nur noch auf eine externe Wallet auszahlen; was übrig bleibt, wird zum Marktkurs in USDC oder ein anderes unterstütztes Guthaben umgewandelt. Die Plattform folgt damit einer Stellungnahme der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA vom 8. Oktober zu Stablecoins, die MiCAR nicht erfüllen.
Coinbase tauscht am 30. Oktober 2026 vierzehn Krypto-Token für Privatkunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) automatisch um. Es handelt sich um Token, die nach Angaben der Plattform die europäische Kryptoverordnung MiCAR nicht erfüllen, darunter USDT von Tether, der nach Marktkapitalisierung größte Stablecoin. Kauf, Verkauf und die Umwandlung dieser Token untereinander sind bereits gesperrt; Kunden können ihr Guthaben bis zur Frist nur noch auf eine externe Wallet auszahlen. Was danach verbleibt, wird einmalig in USD Coin (USDC) oder, wo das besser passt, in ein anderes unterstütztes Guthaben umgewandelt – zum jeweils geltenden Marktkurs.
Die Liste umfasst vierzehn Token: USDT (Tether), PYUSD (PayPal USD), DAI, PAX (Pax Dollar), GUSD (Gemini Dollar), GYEN, BUST, UST (TerraUSD), RAI, PAXG (Pax Gold), MUSD, USD1 (World Liberty Financial), USDS und TGBP. Überwiegend handelt es sich um an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins, dazu kommen das an das britische Pfund gekoppelte TGBP und PAXG, das dem Goldpreis folgt. Die Maßnahme betrifft Privatkunden, die von Coinbase Luxembourg betreut werden, nicht alle Nutzer der Plattform weltweit.
Hintergrund ist eine Stellungnahme, die die europäische Aufsichtsbehörde ESMA am 8. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Darin heißt es, dass Kryptodienstleister mit MiCAR-Zulassung keine Dienstleistungen mehr rund um wertreferenzierte Token (ARTs) und E-Geld-Token (EMTs) anbieten sollen, die der Verordnung nicht entsprechen. Nationale Aufsichtsbehörden sollen verbleibende Kundenbestände nach Ansicht der ESMA so schnell wie möglich abwickeln, spätestens innerhalb von drei Monaten – das entspricht dem 8. Januar 2027. Konkrete Token nennt die Stellungnahme selbst nicht.
Mit dem 30. Oktober liegt Coinbase deutlich vor dieser äußersten Frist. Während der Abwicklungsphase dürfen Plattformen laut ESMA noch eingeschränkte Dienste anbieten, mit denen Kunden Token verkaufen, umwandeln, auszahlen, übertragen oder verwahren können; Kauf, Werbung und Handel fallen nicht darunter. Ob Token später zurückkehren, hängt davon ab, ob die Emittenten die erforderlichen Genehmigungen erhalten. Eine mögliche Wiederaufnahme macht bereits durchgeführte Umwandlungen nicht rückgängig.
Für Kunden mit einem Restguthaben in einem der vierzehn Token gibt es einige praktische Punkte. Token, die nach der Frist eingezahlt werden, werden nicht gutgeschrieben, können nicht gehandelt oder übertragen werden und fallen aus der automatischen Umwandlung heraus; eine Wiederherstellung über den Dienst für nicht unterstützte Guthaben ist nach Angaben von Coinbase möglich, aber nicht garantiert und mit Kosten verbunden. Da die Umwandlung zum Marktkurs und nicht zu einem festen Verhältnis von eins zu eins erfolgt, kann das Ergebnis abweichen – besonders bei Token, die nicht in US-Dollar notiert sind. Coinbase weist außerdem darauf hin, dass der Tausch eines Krypto-Guthabens in ein anderes in manchen Ländern ein steuerpflichtiger Vorgang sein kann.
Alle Plattformen auf Trust Your Coin verfügen über eine MiCAR-Zulassung. Wie und wann eine Plattform verbleibende Bestände an nicht konformen Stablecoins abwickelt, unterscheidet sich je nach Anbieter und nationaler Aufsichtsbehörde; die äußerste Frist aus der ESMA-Stellungnahme liegt beim 8. Januar 2027. Eine Übersicht der Plattformen und ihrer Bedingungen findet sich in unserer Übersicht der Krypto-Plattformen.
Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
