Qivalis vernetzt 37 europäische Banken für Euro-Stablecoin, DNB-Lizenz steht noch aus

Qivalis vernetzt 37 europäische Banken für Euro-Stablecoin, DNB-Lizenz steht noch aus

Qivalis, der Amsterdamer Emittent einer Euro-Stablecoin, hat nach eigenen Angaben inzwischen 37 europäische Banken aus 15 Ländern angebunden. Ausgegeben ist die Münze noch nicht: Das Unternehmen wartet auf eine Zulassung der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank als E-Geld-Institut. Der Start ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant. Nach Darstellung des Unternehmens verlagert sich die Handelsfinanzierung bereits heute in Richtung Stablecoins.

Qivalis, der in Amsterdam ansässige Emittent einer an den Euro gekoppelten Stablecoin, hat nach eigenen Angaben 37 europäische Banken aus 15 Ländern angebunden. Den aktuellen Stand erläuterte das Unternehmen am 24. September 2026 gegenüber CoinDesk. Ausgegeben ist die Münze bislang nicht: Qivalis wartet auf eine Zulassung der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB) als E-Geld-Institut. Der kommerzielle Start ist für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen; CoinDesk nennt das Jahresende als Zielmarke.

Das Konsortium wurde im September 2025 mit neun Banken gegründet und wuchs bis Mai 2026 auf 37 Teilnehmer. Zu den angeschlossenen Instituten zählen früheren Berichten zufolge unter anderem ING, ABN AMRO, Rabobank, BNP Paribas, UniCredit, BBVA, KBC, Intesa Sanpaolo, die DZ Bank und Banco Sabadell. Jan-Oliver Sell ist Gründer und Vorstandschef von Qivalis, Sir Howard Davies führt den Aufsichtsrat. Die Belegschaft wuchs von einer Person auf rund 40 Beschäftigte.

Qivalis richtet sich zunächst nicht an Privatanleger, sondern an die Handelsfinanzierung, also an die Zahlungs- und Kreditströme rund um den internationalen Handel. Nach Angaben von Sell rechnen einzelne Lieferanten und Handelsfinanzierungsfonds untereinander bereits vollständig in Stablecoins ab, ohne noch in herkömmliches Geld zu tauschen. "Ein Lieferant in Ostafrika handelt mit jemandem in Kasachstan, und alles läuft über Stablecoins, ohne dass sie überhaupt off-rampen", sagte Sell gegenüber CoinDesk. Sicherheiten ließen sich dadurch nicht in Tagen, sondern in Minuten bewegen. Das Unternehmen zielt auf den Handelskorridor zwischen Europa und Asien, den es mit 5 Billionen US-Dollar pro Jahr beziffert.

Was MiCAR für eine Euro-Stablecoin bedeutet

Unter der europäischen Kryptoverordnung MiCAR fällt eine Münze, die eins zu eins an den Euro gekoppelt ist, in die Kategorie E-Geld-Token (EMT). Emittenten brauchen dafür eine Zulassung und unterstehen der Aufsicht des Sitzlandes: Bei einem niederländischen Emittenten ist das die DNB, bei einem deutschen die BaFin. Diese Zulassung hat Qivalis noch nicht. Nach Angaben von Cryptobriefing will das Unternehmen mindestens 40 Prozent der Reserven in Bankeinlagen halten, den Rest in Staatsanleihen der Eurozone. Weder eine Reservestruktur noch eine Lizenz machen eine Stablecoin risikofrei: Kursstabilität und Rückzahlung hängen von den Reserven und vom Emittenten ab.

Was das für Nutzer von Kryptoplattformen bedeutet

Für Anlegerinnen und Anleger, die über eine Handelsplattform mit Kryptowerten handeln, ändert sich vorerst nichts. Die Münze existiert noch nicht, und keine Plattform hat bislang eine Notierung angekündigt. Erkennbar ist aber eine breitere Verschiebung: Euro-Stablecoins machen derzeit schätzungsweise 0,2 bis 1 Prozent des weltweiten Stablecoin-Marktes aus, während auf Dollar lautende Münzen über 95 Prozent halten. Kommt eine von europäischen Banken getragene Euro-Münze mit MiCAR-Zulassung hinzu, wächst die Zahl regulierter Euro-Alternativen neben bestehenden Emissionen wie EURC und EURAU.

Alle Anbieter in unserer Übersicht verfügen über eine MiCA-Zulassung. Welche Stablecoins je Plattform handelbar sind, unterscheidet sich; eine aktuelle Übersicht der Anbieter finden Sie in unserem Vergleich der Kryptoplattformen.

Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden.