Robinhood erhöht Krypto-Handelsgebühren in Europa auf 0,95 Prozent

Robinhood erhöht Krypto-Handelsgebühren in Europa auf 0,95 Prozent

Robinhood berechnet ab dem 15. Oktober 2026 eine Handelsgebühr von 0,95 Prozent auf alle Krypto-Trades europäischer Kundinnen und Kunden. Das ist nahezu eine Verdopplung gegenüber den 0,50 Prozent, die zuvor im europäischen Gebührenverzeichnis standen. Handeln muss niemand selbst: Der neue Satz gilt automatisch ab 00.00 Uhr CET. Nur Transaktionen in der Euro-Stablecoin EURC bleiben gebührenfrei.

Die Handelsplattform Robinhood erhöht zum Mittwoch, 15. Oktober 2026, die Handelsgebühren für Kryptowährungen in Europa auf 0,95 Prozent des in Euro ausgeführten Transaktionswerts, bei einer Mindestgebühr von 0,01 Euro. Der Satz gilt automatisch ab 00.00 Uhr CET und betrifft alle Krypto-Trades europäischer Kundinnen und Kunden. Robinhood hat per E-Mail über die Änderung informiert und schreibt darin, dass keine Aktion der Kundenseite erforderlich sei. Das aktualisierte Gebührenverzeichnis der Robinhood Europe UAB ist bereits online.

Damit endet der Satz von 0,50 Prozent, der in der vorherigen Fassung desselben Gebührenverzeichnisses stand. Konkret steigen die Kosten eines Kaufs über 1.000 Euro von 5 Euro auf 9,50 Euro. Wer regelmäßig handelt, merkt den Unterschied stärker: Bei zwölf Käufen zu je 250 Euro im Jahr sind es rund 28,50 Euro statt 15 Euro.

Eine Ausnahme gibt es. Für Käufe und Verkäufe von EURC, der Euro-Stablecoin des Emittenten Circle, berechnet Robinhood keine Handelsgebühr. Unter MiCAR gilt eine an den Euro gekoppelte Stablecoin als E-Geld-Token (EMT), und der Emittent unterliegt der Aufsicht als E-Geld-Institut. Dass der Handel mit einem solchen Token gebührenfrei ist, sagt nichts über dessen Risiko aus: Auch ein E-Geld-Token birgt Gegenpartei- und Ausführungsrisiken.

Die übrigen Positionen des Verzeichnisses bleiben unverändert. Für die Übertragung von Kryptowährungen auf eine externe Wallet erhebt Robinhood keine eigene Gebühr, die Netzwerkgebühren der jeweiligen Blockchain fallen jedoch weiterhin an. Beim Staking behält die Plattform eine Kommission von 15 Prozent auf die Rewards bei ETH und SOL sowie 25 Prozent bei ADA ein. Bei den tokenisierten Aktien berechnet Robinhood eine Währungsumrechnungsgebühr von 0,10 Prozent je Transaktion, bei Perpetual Futures 0,02 Prozent Maker- und Taker-Gebühr zuzüglich einer Venue Fee sowie 0,05 Prozent bei einer Liquidation.

Die Robinhood Europe UAB hat ihren Sitz in Vilnius und verfügt über eine MiCA-Lizenz, mit der die Plattform im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum Dienstleistungen anbieten darf. Eine solche Preisänderung ist eine unternehmerische Entscheidung des Anbieters und keine Maßnahme einer Aufsichtsbehörde: MiCAR stellt Anforderungen an die Transparenz von Kosten, schreibt aber keine Höhe der Gebühren vor. Im Gebührenverzeichnis behält sich Robinhood zudem vor, für einzelne Kunden oder Kryptowährungen von den Standardsätzen abzuweichen, etwa im Rahmen von Aktionen oder Sonderkonditionen.

Handelsgebühren gehören zu den Posten, bei denen sich Anbieter am deutlichsten unterscheiden, und eine Erhöhung um fast das Doppelte verändert die Position einer Plattform in einem solchen Vergleich. Wer sehen möchte, welche Anbieter in Deutschland verfügbar sind und wie sie sich bei Kosten, Angebot und Aufsicht unterscheiden, findet eine Übersicht in unserem Vergleich der Kryptobörsen.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit Risiken verbunden; du kannst dein eingesetztes Kapital verlieren.