Bitpanda-Chef Enzersdorfer-Konrad geht zur Erste Group, Mitgründer Trummer wird Co-CEO
Bei Bitpanda steht erneut ein Wechsel an der Spitze an. CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad legt sein Amt im ersten Quartal 2027 nieder und wechselt zur österreichischen Erste Group. Mitgründer Christian Trummer kehrt mit sofortiger Wirkung in eine operative Rolle zurück und wird Co-CEO. Für Nutzerinnen und Nutzer der Plattform ändert sich vorerst nichts.
Die österreichische Handelsplattform Bitpanda hat am 15. September mitgeteilt, dass CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad das Unternehmen im ersten Quartal 2027 verlässt. Er wechselt zur österreichischen Bankengruppe Erste Group. Bis dahin bleibt er im Amt. Gleichzeitig kehrt Mitgründer Christian Trummer mit sofortiger Wirkung in eine operative Rolle zurück und rückt als Co-CEO an die Seite von Enzersdorfer-Konrad. Es ist der dritte Umbau der operativen Unternehmensspitze innerhalb von gut einem Jahr.
Enzersdorfer-Konrad arbeitet seit 2018 bei Bitpanda und war dort unter anderem Chief Product Officer, Chief Operating Officer und stellvertretender CEO. Im August 2025 rückte er als Co-CEO neben Mitgründer Eric Demuth auf, nachdem sich Mitgründer Paul Klanschek aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hatte. Wenige Monate später wechselte auch Demuth als Executive Chairman in den Verwaltungsrat, womit Enzersdorfer-Konrad das Unternehmen allein führte. Der Verwaltungsrat hat inzwischen ein strukturiertes Nachfolgeverfahren gestartet, das interne wie externe Kandidaten berücksichtigt.
Bei der Erste Group übernimmt Enzersdorfer-Konrad die neu geschaffene Position des Executive Director Asset Management und berichtet direkt an Konzernchef Peter Bosek. In dieser Rolle soll er Vermögensverwaltung und digitales Investieren innerhalb der Bankengruppe zusammenführen. Die Erste Group betreut nach eigenen Angaben rund 23 Millionen Kunden in acht Kernmärkten. Die Bestellung steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen.
Trummer war von der Gründung 2014 bis Juni 2023 Chief Technology Officer von Bitpanda und arbeitete danach als Chief Scientist an strategischen Projekten, darunter der KI-Bereich des Unternehmens. Als Co-CEO soll er sich nach Angaben von Bitpanda auf die Produktqualität konzentrieren. Er ist damit der erste der drei Gründer, der in eine operative Führungsrolle zurückkehrt. Die personellen Veränderungen beschränken sich nicht auf die Spitze: Anfang des Sommers übernahm Barbara Edelmann den Posten der Finanzchefin, und Chief Commercial Officer Dominik Beier verlässt das Unternehmen – er wechselt im Januar 2027 als Chief Growth Officer zum Onlinebroker flatexDEGIRO.
Für Kundinnen und Kunden von Bitpanda hat der Wechsel derzeit keine praktischen Folgen. Die Plattform, die nach eigenen Angaben mehr als 7 Millionen Nutzer zählt und neben Kryptowerten auch Aktien, ETFs und Edelmetalle anbietet, arbeitet weiterhin unter europäischer Aufsicht im Rahmen von MiCAR. Ein Wechsel in der Geschäftsführung berührt den Zulassungsstatus eines Anbieters nicht; dieser ist an das Unternehmen gebunden und nicht an einzelne Personen. Was der Umbau für die von Bloomberg berichteten Börsenpläne in Frankfurt bedeutet, ist offen. Bitpanda hat diese Pläne nie offiziell bestätigt und einen Börsengang zuletzt als einen von mehreren denkbaren Wegen bezeichnet.
Wer sehen möchte, wie Bitpanda bei Kosten, Sicherheit und Bedienbarkeit im Vergleich zu anderen Anbietern abschneidet, findet dies in unserer Übersicht aller Exchanges.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowerten ist mit Risiken verbunden.
