Bitvavo öffnet eigene Web3-Wallet mit Zugang zu über 15.000 Kryptowährungen

Bitvavo öffnet eigene Web3-Wallet mit Zugang zu über 15.000 Kryptowährungen

Bitvavo hat in dieser Woche seine eigene Web3-Wallet für Nutzer freigeschaltet. Über die neue Funktion in der Bitvavo-App erhalten Kunden Zugang zu mehr als 15.000 Krypto-Assets und verwalten die Schlüssel ihrer Kryptowährungen selbst. Die Wallet wird von einer separaten Gesellschaft angeboten und fällt laut den Nutzungsbedingungen nicht unter die europäische Kryptoverordnung MiCA.

Die Kryptobörse Bitvavo hat in dieser Woche ihre eigene Web3-Wallet für Nutzer freigeschaltet. Die neue Funktion ist in die bestehende Bitvavo-App integriert und bietet Zugang zu mehr als 15.000 Krypto-Assets — ein Vielfaches der rund 400 Coins, die auf der regulären Handelsplattform gelistet sind. Die Einführung erfolgt schrittweise im Juli und August, sodass noch nicht jeder Nutzer die Funktion sofort sieht. Kunden können die Wallet über das Profilmenü in der App aktivieren und mit einem Passkey absichern, einem digitalen Schlüssel, der das Passwort ersetzt.

Die Schlüssel in eigener Hand

Die Web3-Wallet ist eine sogenannte Self-Hosted-Wallet: Nutzer verwalten ihre privaten Schlüssel selbst und autorisieren alle Transaktionen eigenständig, statt die Verwahrung der Börse zu überlassen. Sie können Kryptowährungen über verschiedene Blockchains empfangen, halten und versenden sowie Token direkt tauschen, unter anderem auf Ethereum, Solana und Base. Damit werden auch Coins zugänglich, die nicht auf der Bitvavo-Börse gelistet sind — etwa Token, die erst kürzlich auf dezentralen Handelsplattformen gestartet sind.

Wallet fällt nicht unter MiCA

Bemerkenswert ist die rechtliche Struktur. Die Wallet wird nicht von der Bitvavo B.V. angeboten, sondern von Vavo Web3 Ltd, einem separaten Unternehmen mit Sitz auf Bermuda. In den Nutzungsbedingungen heißt es ausdrücklich, dass die Wallet-Dienste nicht unter die europäische Kryptoverordnung MiCA (MiCAR) fallen. Der Schutz, der mit regulierten Kryptodiensten einhergeht, gilt daher nicht für Transaktionen über die Web3-Wallet. Am Status von Bitvavo selbst ändert sich nichts: Die reguläre Handelsplattform verfügt über eine MiCA-Zulassung und steht unter Aufsicht der niederländischen Finanzmarktaufsicht AFM.

Diese Unterscheidung ist für Nutzer relevant. Die über 15.000 Token in der Wallet sind — anders als das Angebot auf der Börse — nicht vorab von Bitvavo geprüft oder freigegeben. Blockchain-Transaktionen sind zudem endgültig: Eine bestätigte Überweisung an eine falsche Adresse oder ein falsches Netzwerk lässt sich nicht rückgängig machen, und es gibt keine Stelle, die Schäden ersetzt, wenn eine Transaktion fehlschlägt. Die Nutzungsbedingungen weisen auch auf Risiken hin, die auf dezentralen Handelsplattformen vorkommen, etwa gefälschte Token oder Token, deren Handelbarkeit sich nachträglich als eingeschränkt erweist.

Mit diesem Schritt folgt Bitvavo einem breiteren Trend, bei dem regulierte Handelsplattformen ihr Angebot in Richtung des dezentralen Krypto-Ökosystems erweitern, während das Kerngeschäft innerhalb des europäischen Aufsichtsrahmens bleibt. Eine Übersicht der Anbieter, die unter der europäischen Kryptoregulierung zugelassen sind, finden Sie auf unserer Übersichtsseite der Exchanges.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden.