Bankenkonsortium Qivalis will Euro-Stablecoin auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain ausgeben

Bankenkonsortium Qivalis will Euro-Stablecoin auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain ausgeben

Qivalis, der Amsterdamer Zusammenschluss von 37 europäischen Banken, will seinen geplanten Euro-Stablecoin auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain ausgeben statt in einem geschlossenen Banknetzwerk. Das geht aus einer Mitteilung von Ethereum Institutional vom 8. September 2026 hervor. Qivalis selbst hat den Plan bislang nicht per Pressemitteilung bestätigt. Das Konsortium wartet noch auf eine Zulassung der niederländischen Zentralbank und peilt einen Start in der zweiten Jahreshälfte 2026 an.

Qivalis, der Amsterdamer Zusammenschluss von 37 europäischen Banken, der an einem Euro-Stablecoin arbeitet, will diesen offenbar auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain ausgeben. Das meldete Ethereum Institutional am 8. September 2026. Damit würde Qivalis von anderen bankgetriebenen Initiativen abweichen, die häufig ein geschlossenes Netzwerk wählen, zu dem nur zugelassene Teilnehmer Zugang haben. Qivalis selbst hat diese Entscheidung bislang nicht per Pressemitteilung bestätigt; auf der eigenen Website wird das Projekt weiterhin als in Vorbereitung beschrieben.

Das Konsortium wurde im September 2025 von neun Banken gegründet, darunter ING und KBC. Seitdem ist die Gruppe gewachsen: Im Mai 2026 traten 25 Banken auf einmal bei, unter ihnen ABN AMRO, Rabobank und Intesa Sanpaolo. Damit umfasst Qivalis nun 37 Banken aus fünfzehn europäischen Ländern. Das Unternehmen hinter der Initiative, die Qivalis B.V., hat seinen Sitz in Amsterdam.

Der Coin soll eins zu eins mit Euro gedeckt sein. Unter der europäischen Kryptoverordnung MiCAR fällt ein an den Euro gekoppelter Stablecoin in die Kategorie der E-Geld-Token (EMT). Emittenten solcher Token benötigen eine Zulassung; Qivalis hat bei De Nederlandsche Bank einen Antrag auf Zulassung als E-Geld-Institut gestellt. Auf der eigenen Website betont das Unternehmen, dass es derzeit noch keine Zulassung besitzt und kein E-Geld ausgibt. Angestrebt wird ein Start in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Für europäische Nutzerinnen und Nutzer ist der Unterschied zwischen einer öffentlichen und einer geschlossenen Blockchain praktisch bedeutsam. Ein Token auf einem öffentlichen Netzwerk lässt sich grundsätzlich in gängigen Wallets verwahren und in bestehenden Anwendungen einsetzen, während ein Token in einem geschlossenen Banknetzwerk nur zwischen den beteiligten Instituten zirkuliert. Qivalis hat jedoch noch nicht mitgeteilt, welche Anbieter den Coin nach dem Start unterstützen werden, ob und wo er handelbar sein wird und welche Regeln für Übertragung und Vertrieb gelten sollen.

Der Markt für Stablecoins wird derzeit nahezu vollständig von an den US-Dollar gekoppelten Coins beherrscht. Euro-Stablecoins wie EURC von Circle machen davon nur einen kleinen Teil aus. Mehrere europäische Banken und Fintechs arbeiten an Alternativen in Euro, auch weil die Abhängigkeit von amerikanischen Emittenten in der EU als Schwachstelle gilt. Ob Qivalis daran etwas ändert, hängt von der Zulassung ab und davon, ob Banken und Handelsplattformen den Coin tatsächlich einsetzen.

Ein breit verfügbarer Euro-Stablecoin könnte langfristig beeinflussen, wie Nutzer Guthaben halten und zwischen Handelsplattformen bewegen. Solange Qivalis keine Zulassung hat, ändert sich für Kundinnen und Kunden der auf dieser Seite gelisteten Anbieter jedoch nichts. Eine Übersicht der von uns verglichenen Plattformen findet sich im Exchange-Vergleich.

Ein Stablecoin ist kein risikofreies Produkt: Die Wertstabilität hängt von den Reserven, deren Verwaltung und der Aufsicht über den Emittenten ab. Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.