Revolut erhält französische Banklizenz und baut zweite EU-Bankeinheit auf

Revolut erhält französische Banklizenz und baut zweite EU-Bankeinheit auf

Revolut hat am 10. August 2026 eine Vollbanklizenz in Frankreich erhalten. Der EZB-Rat genehmigte die Lizenz nach einer gemeinsamen Prüfung mit der französischen Aufsichtsbehörde ACPR. Damit verfügt Revolut über eine zweite Bankeinheit in der Europäischen Union neben dem bestehenden litauischen Institut. Das Kryptogeschäft von Revolut ist davon getrennt und bleibt unter der MiCAR-Lizenz der zyprischen Aufsicht.

Revolut hat in Frankreich eine Vollbanklizenz erhalten. Der Rat der Europäischen Zentralbank genehmigte die Lizenz am 10. August 2026 nach einer gemeinsamen Prüfung mit der französischen Aufsichtsbehörde Autorité de Contrôle Prudentiel et de Résolution (ACPR). Die neue Einheit trägt den Namen Revolut Bank S.A. und hat ihren Sitz in Paris. Damit verfügt Revolut erstmals über zwei Banklizenzen innerhalb der Europäischen Union: die neue französische Einheit neben der bestehenden Revolut Bank UAB in Litauen.

Die französische Einheit betreut zunächst Kundinnen und Kunden in Frankreich. Anschließend sollen laut Revolut schrittweise Deutschland, Irland, Italien, Portugal und Spanien folgen. Die litauische Bank bleibt für die übrigen Märkte des Europäischen Wirtschaftsraums zuständig. Insgesamt geht es dem Unternehmen zufolge um mehr als 30 Millionen Kundinnen und Kunden in Westeuropa, die am Ende zur französischen Einheit wechseln sollen.

Bislang bediente Revolut seine französischen Kunden über den europäischen Pass der litauischen Bank. Mit einer eigenen französischen Lizenz kann das Unternehmen lokal regulierte Produkte anbieten, darunter Kredite, Hypotheken und regulierte Sparprodukte in der Art des französischen Livret A. Revolut hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als eine Milliarde Euro in das Frankreich-Geschäft investiert und beschäftigt dort über 600 Mitarbeitende. Eine Zentrale für Westeuropa soll 2027 in Paris eröffnen.

Welche Auflagen mit der Lizenz verbunden sind, ist nicht öffentlich. Bloomberg berichtete im Juli unter Berufung auf Insider, dass die französische Bank voraussichtlich mit Beschränkungen rechnen muss, die den früheren EZB-Auflagen für die litauische Einheit ähneln. Revolut hat die Bedingungen der französischen Genehmigung nicht veröffentlicht. Solche Auflagen können beeinflussen, wie schnell neue Produkte tatsächlich verfügbar werden.

Die Banklizenz ist vom Kryptogeschäft von Revolut getrennt. Dieses läuft im Europäischen Wirtschaftsraum über Revolut Digital Assets Europe Ltd, das im Oktober 2025 von der zyprischen Aufsichtsbehörde CySEC eine MiCAR-Lizenz als Krypto-Dienstleister erhielt. Diese Lizenz gilt über den europäischen Pass im gesamten EWR. Für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland ändert sich durch die französische Banklizenz daher nichts am Krypto-Angebot oder an der zuständigen Aufsicht.

Beim Stablecoin-Angebot gibt es in diesem Monat allerdings eine Änderung. Revolut stellt die Unterstützung von Tether (USDT) für europäische Nutzer ein: Der Kauf von USDT wurde am 6. Juli eingestellt, neue Einzahlungen am 30. Juli, und verbleibende Bestände werden nach dem 31. August automatisch in die Kontowährung umgewandelt. Unter MiCAR gelten an Euro oder Dollar gekoppelte Stablecoins als E-Geld-Token (EMT), für die der Emittent eine Zulassung benötigt. Tether hat diese Zulassung nicht beantragt, weshalb lizenzierte europäische Plattformen den Token nicht mehr anbieten dürfen. Andere Stablecoins mit MiCAR-Zulassung, etwa der Euro-Token EURC, bleiben auf lizenzierten Plattformen verfügbar.

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Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.