Revolut startet Ausrollung des eigenen Euro-Stablecoins EURR in drei EU-Ländern
Revolut hat am 26. August mit der schrittweisen Einführung von EURR begonnen, einem an den Euro gekoppelten Stablecoin, der in die eigene App integriert ist. Der Token geht zunächst an ausgewählte Kunden in Dänemark, Polen und Portugal; eine breitere Einführung im Europäischen Wirtschaftsraum ist für später in diesem Jahr geplant. EURR ist ein E-Geld-Token nach MiCAR und wird von Bridge Building ausgegeben, einer Tochter des von Stripe übernommenen Unternehmens Bridge. Bemerkenswert ist der Schritt, weil die allermeisten Stablecoins an den US-Dollar gekoppelt sind.
Revolut hat am Mittwoch, dem 26. August 2026, mit der schrittweisen Einführung von EURR begonnen, seinem ersten an den Euro gekoppelten Stablecoin. Der Token geht zunächst an eine ausgewählte Gruppe von Kunden in Dänemark, Polen und Portugal und ist in die reguläre App des Anbieters integriert. Revolut bezeichnet EURR als „ersten Schritt“ einer breiteren Stablecoin-Strategie und arbeitet nach eigenen Angaben bereits an Token, die an andere Währungen gekoppelt sind. Eine breitere Einführung im Europäischen Wirtschaftsraum ist für später in diesem Jahr vorgesehen.
EURR ist ein an den Euro gekoppeltes E-Geld-Token (EMT) und wird nicht von Revolut selbst ausgegeben, sondern von der Bridge Building S.A., einer Tochtergesellschaft von Bridge. Dieses Unternehmen wurde 2025 vom Zahlungsdienstleister Stripe übernommen. Bridge Building ist als E-Geld-Institut zugelassen und steht unter Aufsicht der luxemburgischen Finanzaufsicht. Der Token ist darauf ausgelegt, einen Wert von 1,00 Euro zu halten, und kann beim Emittenten zum Nennwert eingelöst werden. Die Reserven werden nach Angaben des Emittenten auf getrennten Konten bei regulierten Banken gehalten oder in dafür infrage kommende, hochliquide Instrumente in Euro investiert. Die Kryptodienstleistungen selbst werden im EWR von Revolut Digital Assets Europe Ltd erbracht, das als Kryptodienstleister nach MiCA von der zyprischen Aufsichtsbehörde CySEC zugelassen ist.
Was diese Einführung von früheren Euro-Stablecoins unterscheidet, ist die Reichweite von Revolut. Der Anbieter zählt nach eigenen Angaben über 80 Millionen Privatkunden, von denen mehr als 16 Millionen bereits Krypto nutzen. Damit erhält ein Euro-Token grundsätzlich einen Vertriebsweg, der weit über die Kryptobranche hinausreicht. In der Praxis steht die Einführung noch ganz am Anfang: CoinDesk berichtete am Tag der Veröffentlichung, die öffentliche Reserveseite des Emittenten habe zu diesem Zeitpunkt 374 EURR im Umlauf ausgewiesen, gedeckt durch 374 Euro an Reserven. EURR verfügt über getrennte Smart Contracts auf Ethereum und Polygon. Auffällig ist zudem, dass sich das Kürzel mit einem bestehenden Euro-Stablecoin des Emittenten StablR überschneidet.
Warum ein Euro-Stablecoin auffällt
Nahezu der gesamte Stablecoin-Markt lautet auf US-Dollar. Nach Zahlen von DeFiLlama, die CoinDesk anführt, ist der Gesamtmarkt mehr als 300 Milliarden Dollar schwer, während auf den Euro lautende Stablecoins davon weniger als 800 Millionen Dollar ausmachen. Der Bericht Beyond Dollarization des Datenanalyseunternehmens Dune, erstellt gemeinsam mit Visa und im März 2026 veröffentlicht, kommt zu einem ähnlichen Bild: Auf Basis von Zahlen bis Februar 2026 entfallen auf Euro-Stablecoins rund 0,3 Prozent des weltweiten Stablecoin-Marktes. Innerhalb des kleineren Segments der Stablecoins in anderen Währungen als dem Dollar dominiert der Euro dagegen deutlich, mit über 80 Prozent der von Dune erfassten Marktkapitalisierung von 1,2 Milliarden Dollar.
Dieses Segment wächst allerdings schneller als der Dollarmarkt. Dune beziffert den Anstieg des Angebots an Stablecoins in anderen Währungen als dem Dollar von rund 350 Millionen Dollar im Januar 2023 auf 1,1 Milliarden Dollar im Februar 2026 – ein Plus von etwa 300 Prozent gegenüber rund 130 Prozent bei Dollar-Stablecoins im selben Zeitraum. Die Zahl der Adressen, die solche Token halten, stieg von etwa 40.000 auf 1,2 Millionen. Das monatliche Transfervolumen wuchs von rund 600 Millionen auf 10 Milliarden Dollar, wovon Euro-Token Anfang 2026 etwa 85 Prozent ausmachten. Dune nennt die Regulierung als strukturellen Treiber: Rahmenwerke wie MiCAR stellen Anforderungen an Deckung, Einlösbarkeit und Zulassung, was dem Bericht zufolge die institutionelle Akzeptanz von Token in lokalen Währungen beschleunigt.
MiCAR hat den europäischen Markt in den vergangenen Jahren zudem umgestaltet. Tether stellte Ende 2024 im Vorfeld der MiCAR-Anforderungen seinen Euro-Token EURT ein, woraufhin der Umlauf laut Dune von über 400 Millionen auf rund 50 Millionen Dollar zurückging. Zugleich entwickelte sich EURC von Circle zum größten Euro-Stablecoin, mit einem Angebot von mehr als 500 Millionen Dollar im Februar 2026, verteilt auf etwa 190.000 Adressen. Auch Banken bereiten sich vor: Das in Amsterdam ansässige Qivalis, ein Zusammenschluss europäischer Banken, arbeitet unter Aufsicht der niederländischen Zentralbank an einem MiCAR-konformen Euro-Stablecoin, dessen Start für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist.
Für europäische Nutzerinnen und Nutzer bedeutet EURR vor allem eine zusätzliche Möglichkeit, Werte in Euro on-chain zu halten, ohne den Umweg über einen Dollar-Token und das damit verbundene Währungsrisiko. Dass ein Stablecoin nach MiCAR reguliert ist, bedeutet nicht, dass er risikofrei wäre: Kryptowerte fallen nicht unter die Einlagensicherung, und der Wert eines Tokens hängt von der Deckung und der Einlösbarkeit beim Emittenten ab. Welche Anbieter auf unserer Plattform Stablecoins anbieten, zeigt unser Stablecoin-Vergleich.
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