Ripple verbindet den XRP Ledger mit dem Zahlungsstandard MPP von Stripe und Tempo für KI-Agenten
RippleX hat am 15. September Version 1.1 seines XRPL AI Starter Kit veröffentlicht. Entwickler können damit Zahlungen nach dem Machine Payments Protocol (MPP) von Stripe und Tempo über den XRP Ledger abwickeln. XRP unterstützt sowohl einzelne als auch sitzungsbasierte Zahlungen; der Stablecoin RLUSD ist vorerst auf Einzelzahlungen beschränkt. Die Funktion ist Beta-Software, und Ripple hat weder Kunden noch Transaktionsvolumina genannt.
RippleX, der Entwicklerbereich von Ripple, hat am 15. September Version 1.1 des XRPL AI Starter Kit veröffentlicht. Wichtigste Neuerung ist die Unterstützung des Machine Payments Protocol (MPP), eines Zahlungsstandards für Software-Agenten, den das Zahlungsunternehmen Stripe gemeinsam mit der Zahlungs-Blockchain Tempo am 18. März vorgestellt hatte. Mit dem Update kann der XRP Ledger als Abwicklungsebene für Zahlungen dienen, die nach diesem Standard autorisiert werden. Das Paket enthält zudem Unterstützung für den Open Wallet Standard, ein Testwerkzeug für die Kommandozeile und ein Modul für den Handel an der dezentralen Börse des XRP Ledger. Es handelt sich um Bausteine für Entwickler, nicht um ein Zahlungsprodukt für Endkunden.
MPP ist für Fälle gedacht, in denen Software pro Nutzung abrechnen muss. Ein Anbieter nennt einen Preis für eine Anfrage, der Agent autorisiert die Zahlung, anschließend wird die Leistung erbracht. Das kann ein Datenfeed, Rechenleistung oder der Aufruf eines KI-Modells sein. Stripe nannte bei der Vorstellung Mikrotransaktionen und wiederkehrende Zahlungen als beabsichtigte Anwendungsfälle. MPP regelt dabei die Autorisierung; die Ergänzung von RippleX liefert einen Weg, die Zahlung auf dem XRP Ledger abzuwickeln. Einzelzahlungen sind in XRP, in sogenannten IOUs (auf dem Ledger ausgegebene Vermögenswerte) und in Multi-Purpose-Token möglich. XRP kann darüber hinaus für Sitzungszahlungen über Payment Channels genutzt werden, bei denen innerhalb einer laufenden Interaktion mehrere Zahlungen erfolgen können, ohne jedes Mal denselben Ablauf zu durchlaufen.
Für RLUSD, den Stablecoin von Ripple, fällt die Unterstützung schmaler aus. Nach Angaben von RippleX lässt sich RLUSD für einzelne MPP-Zahlungen verwenden, nicht jedoch für die Sitzungsvariante. Diese hängt von einer geplanten Payment-Channel-Unterstützung für ausgegebene Vermögenswerte und Multi-Purpose-Token ab; ein Termin dafür wurde nicht genannt. Die Einschränkung betrifft damit die gesamte Kategorie der nicht nativen Vermögenswerte und nicht allein RLUSD. Die MPP-Funktion ist zudem Beta-Software. CoinDesk berichtete, dass Ripple weder kommerzielle Kunden noch Transaktionsvolumina für die Integration offengelegt hat; die tatsächliche Nutzung lässt sich derzeit also nicht beziffern.
MPP ist der zweite Agenten-Zahlungsstandard, der in das Kit aufgenommen wird. Ripple hatte das XRPL AI Starter Kit im Juni mit Unterstützung für x402 gestartet, einen Standard, der ursprünglich von Coinbase entwickelt und im April 2026 an die Linux Foundation übergeben wurde. Die MPP-Unterstützung tritt daneben und ersetzt x402 nicht. Für Entwickler bedeutet das zwei getrennte Standards, über die eine Anwendung Zahlungen organisieren kann, mit dem XRP Ledger als Abwicklungsebene in beiden Fällen. Dass mehrere Standards nebeneinander bestehen, ist für diesen Markt kennzeichnend: Auch Visa, Mastercard und Stripe betreiben jeweils ein eigenes Programm für von Agenten ausgelöste Zahlungen.
Für Nutzerinnen und Nutzer in Europa ist die Unterscheidung zwischen solcher Infrastruktur und den Diensten von Handelsplattformen wichtig. Ein Entwickler-Kit richtet sich an Software, die selbständig für Onlinedienste bezahlt; das ist etwas anderes als eine KI-Funktion in einer Handels-App, die Orders platziert. Handelsplattformen bauen ihre eigene Ebene für Agentenzugriff auf, mit sehr unterschiedlichen Befugnissen: vom reinen Lesezugriff bis zur Orderaufgabe innerhalb eines abgetrennten Unterkontos. Welcher Anbieter was erlaubt, zeigt unser AI Leaderboard. Bei Software, die selbständig zahlt oder handelt, bleiben zudem Risiken offen: Zugriff auf Schlüssel, Manipulation über präparierte Eingaben (Prompt Injection), Ausführung ohne Aufsicht und Unklarheit über die Haftung bei Fehlern.
Aufsichtsrechtlich ändert sich mit dieser Veröffentlichung für europäische Nutzer nichts. Stablecoins, die in der Europäischen Union öffentlich angeboten werden, fallen unter MiCAR, das eigene Anforderungen an Emittenten von E-Geld-Token und an Anbieter von Kryptodienstleistungen stellt. Ripple hat zur Veröffentlichung keine Angaben zur Verfügbarkeit in einzelnen Rechtsräumen gemacht. Sie möchten sehen, welche Plattformen in Deutschland aktiv sind und welcher Aufsicht sie unterliegen? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Übersicht aller Exchanges.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowerten ist mit Risiken verbunden.
