Robinhood beteiligt sich an Crypto.com und bringt Prediction Markets in die eigene App

Robinhood beteiligt sich an Crypto.com und bringt Prediction Markets in die eigene App

Robinhood hat eine mehrjährige Vereinbarung mit Crypto.com geschlossen, um sogenannte Event Contracts in der eigenen App anzubieten, und beteiligt sich dabei als Minderheitsgesellschafter an Crypto.com sowie an OG, dem ausgegliederten Unternehmen hinter diesen Kontrakten. Die Höhe der Investition wurde nicht offengelegt. Es handelt sich um ein US-Produkt: Für europäische Nutzerinnen und Nutzer beider Plattformen ändert sich vorerst nichts.

Robinhood hat am 8. September eine mehrjährige Vereinbarung mit Crypto.com angekündigt. Danach bietet Robinhood sogenannte Event Contracts in der eigenen App an, geliefert von OG – jenem Geschäftsbereich von Crypto.com, der diese Märkte aufbaut und inzwischen als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert wurde. Ungewöhnlich an der Vereinbarung ist, dass Robinhood zugleich Minderheitsbeteiligungen an Crypto.com und an OG erwirbt. Die Höhe der Investition wurde nicht offengelegt.

Event Contracts sind Kontrakte, mit denen auf den Ausgang eines Ereignisses gehandelt werden kann, etwa eines Sportspiels oder einer Wahl. In den USA werden sie als Derivat unter Aufsicht der Behörde für Warenterminmärkte angeboten. Robinhood arbeitete bereits mit dem Marktplatz Kalshi zusammen und gründete zuvor gemeinsam mit dem Handelshaus Susquehanna die Börse Rothera. Mit der neuen Vereinbarung ist das Unternehmen an eine dritte Handelsplattform gebunden – und erstmals auch über eine Beteiligung.

Zur Bewertung der beteiligten Unternehmen gehen die Angaben auseinander. OG wurde bei einer früheren Investition von Citadel Securities eigenständig mit fünf Milliarden US-Dollar bewertet; zur Bewertung von Crypto.com selbst nennen verschiedene Quellen unterschiedliche Beträge. Crypto.com-Chef Kris Marszalek sagte dem Wall Street Journal, beide Seiten verstünden die Zusammenarbeit als Beginn einer breiteren Beziehung; besprochen worden seien auch aktienbezogene Perpetual Futures, vorbehaltlich aufsichtsrechtlicher Genehmigung.

Für Nutzerinnen und Nutzer in den Niederlanden, Deutschland und Italien ändert sich durch diese Ankündigung nichts. Die Event Contracts werden auf dem US-Markt angeboten; das europäische Angebot beider Plattformen fällt unter MiCAR und, soweit es Derivate betrifft, unter die europäischen Wertpapierregeln. Beide Anbieter sind für ihr Krypto-Geschäft in der EU MiCA-autorisiert, doch diese Zulassung sagt nichts über dieses spezielle US-Produkt aus. In den Vereinigten Staaten ist zudem weiterhin offen, ob Event Contracts rechtlich als bundesweit reguliertes Derivat oder als Glücksspiel gelten: Mehrere Bundesstaaten sind gegen Anbieter vorgegangen, und Gerichte haben bislang unterschiedlich entschieden.

Als Signal zur strategischen Richtung beider Unternehmen ist die Vereinbarung dennoch von Bedeutung. Marszalek erklärte, Crypto.com prüfe Übernahmen und bereite einen Börsengang vor, ohne einen Zeitplan zu nennen. Für Robinhood ist die Produktkategorie inzwischen ein wesentlicher Umsatzbestandteil. Ob und wann solche Produkte in angepasster Form nach Europa kommen, hängt vom europäischen Regelwerk ab und steht derzeit nicht zur Debatte.

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Der Handel mit Kryptowährungen und Derivaten ist mit Risiken verbunden. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.