Bybit startet KI-Assistenten, der in der App selbst Orders ausführt

Bybit startet KI-Assistenten, der in der App selbst Orders ausführt

Die Kryptobörse Bybit hat am 9. September Bybit AI vorgestellt, einen dialogbasierten Assistenten in der eigenen App, der Anweisungen in Alltagssprache ausführt. Abgedeckt werden unter anderem Spot-, Futures- und Optionshandel, Earn, Copy Trading und der Kundenservice. Wer die Funktion aktiviert, erhält ein separates Unterkonto, das laut Bybit vom Hauptguthaben getrennt ist. Damit setzt Bybit auf einen eingebauten Assistenten, während andere Börsen externen KI-Agenten Zugang gewähren.

Die Kryptobörse Bybit hat am 9. September 2026 in Dubai Bybit AI angekündigt, einen dialogbasierten Assistenten innerhalb der eigenen App. Nutzer beschreiben in Alltagssprache, was sie tun möchten, woraufhin der Assistent die entsprechende Handlung ausführt. Laut Pressemitteilung deckt er einen breiten Teil des Angebots ab: Spot-, Futures- und Optionshandel, Earn, Copy Trading, Trading Bots, Kredite, P2P, die Bybit Card, Spot X, den Rewards Hub sowie die Verwaltung von Benachrichtigungen und Abonnements.

Für die Einordnung der Reichweite ist entscheidend: Es geht weder um reine Leserechte noch um einen externen Agenten, der über eine API an das Konto angebunden wird. Der Assistent kann laut Bybit selbst Orders platzieren und Kontoaktionen im Chat ausführen. Bybit beschreibt ihn als Co-Piloten und erwähnt keine gesonderte Bestätigung je Order; die Mitteilung lässt offen, wie Nutzer eine vorgeschlagene Handlung freigeben oder stoppen.

Als Absicherung verweist Bybit auf die Kontostruktur. Bei der Aktivierung wird ein eigenes Bybit-AI-Unterkonto angelegt, das vom Hauptguthaben getrennt ist, um das Risiko der KI-Ebene zu begrenzen. Ein API-Schlüssel oder eine manuelle Einrichtung ist nicht erforderlich. Im Kundenservice arbeitet der Assistent nach Angaben des Unternehmens neben menschlichen Mitarbeitern, nicht an deren Stelle. Eine zweite Version mit externen Anbindungen, darunter X und Börsendaten, ist angekündigt, ein genaues Datum wurde nicht genannt.

Der Ansatz unterscheidet sich von dem mehrerer Wettbewerber. Während Bybit einen Assistenten in die eigene App baut, haben Börsen wie Kraken, Coinbase und OKX ihre Plattform gerade für externe Agenten geöffnet, über eine CLI, MCP-Server oder ein Agent-Toolkit. Robinhood hat sein agentisches Trading im August auf Kryptowerte ausgeweitet, ebenfalls über ein separates Konto. Welcher Anbieter welche Form von Agentenzugang bietet, verfolgen wir in unserem AI Leaderboard.

Für europäische Nutzer ist der regulatorische Rahmen relevant. Bybit bedient die EU über die Bybit EU GmbH, die am 28. Mai 2025 von der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA eine MiCA-Zulassung erhalten hat und von dort aus im EWR passporten darf. Diese Zulassung betrifft die Krypto-Dienstleistungen der Plattform und bedeutet nicht, dass eine KI-Funktion gesondert genehmigt wäre. Die Mitteilung spricht von einem Rollout für berechtigte Nutzer, ohne nach Regionen zu benennen, wo der Assistent verfügbar ist. Unter MiCAR bleibt der Anbieter für die Ausführung von Orders verantwortlich, auch wenn diese von einem Assistenten eingestellt werden.

Die offenen Fragen solcher Systeme sind bekannt und gelten auch hier: wie Nutzer einen Assistenten beaufsichtigen, der selbst Handlungen ausführt, was bei einer falsch verstandenen Anweisung geschieht und wer haftet, wenn eine Order nicht beabsichtigt war. Ein getrenntes Unterkonto begrenzt den Betrag, der im Spiel ist, sagt aber nichts über die Qualität der Entscheidungen innerhalb dieses Guthabens aus. Unabhängige Tests des Assistenten liegen bislang nicht vor.

Eine Übersicht der von uns verglichenen Plattformen, samt Zulassung und Funktionen, findest du auf unserer Übersicht der Exchanges.

Dieser Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung. Investitionen in Kryptowährungen sind mit Risiken verbunden.