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Coinbase lässt KI-Agenten auch US-Aktien und ETFs handeln

Coinbase hat seine Agentenplattform erweitert: KI-Agenten können darüber nun auch US-Aktien und ETFs handeln und über das Zahlungsprotokoll x402 selbstständig Kleinstbeträge für Daten und Modellnutzung begleichen. Der Wertpapierhandel läuft über einen US-Broker-Dealer und steht vorerst nur in den Vereinigten Staaten zur Verfügung. Für europäische Nutzer bleibt der Agentenzugang damit auf Krypto beschränkt.

Coinbase hat am 22. September 2026 seine Agentenplattform erweitert. Über Coinbase for Agents können KI-Agenten nun auch US-Aktien und ETFs handeln und mit dem Zahlungsprotokoll x402 selbstständig Kleinstbeträge für Daten und Modellnutzung begleichen. Die Plattform startete im Juni 2026 und erlaubte Agenten zunächst den Zugang zu Kryptohandel und Zahlungen. Die Erweiterung auf Wertpapiere gilt vorerst nur in den Vereinigten Staaten.

Nach Angaben von Coinbase können Agenten innerhalb der Plattform US-Aktien und ETFs kaufen und verkaufen – dieselben Wertpapiere, die auch in der Endkunden-App des Unternehmens verfügbar sind. Coinbase nennt dabei Handel rund um die Uhr an fünf Tagen pro Woche, Bruchstücke ab einem Dollar und den Verzicht auf Kommissionen. Die Wertpapiergeschäfte laufen über die Coinbase Capital Markets Corp., ein Mitglied von FINRA und SIPC; Abwicklung und Verwahrung übernimmt Apex Fintech Solutions. Zur genauen Zahl der handelbaren Aktien weichen die Angaben voneinander ab, weshalb sie hier nicht genannt wird.

Hinzugekommen ist außerdem x402, das Zahlungsprotokoll, das Coinbase 2025 für Zahlungen zwischen Maschinen eingeführt hat. Damit kann ein Agent pro Anfrage einen Kleinstbetrag in der Stablecoin USDC begleichen, etwa für Marktdaten oder für die Ausführung eines Sprachmodells, ohne dass dafür ein Abonnement nötig ist. Coinbase gibt an, dass über das Protokoll inzwischen mehr als 230 Millionen Transaktionen abgewickelt wurden.

Was ein Agent konkret darf, hängt von den Einstellungen ab. Coinbase beschreibt, dass sich ein Agent auf ein einzelnes Portfolio begrenzen lässt, etwa ausschließlich für Krypto, und dass sich je Agent festlegen lässt, welche Anlageklassen zugänglich sind, welche Ausgabengrenze gilt und ob jede Handlung einzeln freigegeben werden muss. Dieser Unterschied ist wesentlich: Mit Freigabe je Order legt der Agent Aufträge lediglich zur Bestätigung vor, ohne diese Vorgabe führt er sie selbstständig aus. Abgeschottete Testumgebungen für Wertpapiere sind angekündigt, aber noch nicht verfügbar. Die Anbindung erfolgt über bestehende Konnektoren oder über das Model Context Protocol, unter anderem mit ChatGPT, Claude, Grok und Perplexity.

Für europäische Nutzer ändert sich vorerst wenig. Die Erweiterung auf Aktien und ETFs ist auf die Vereinigten Staaten beschränkt; tokenisierte Aktien außerhalb der USA stehen laut Coinbase auf der Roadmap, ohne dass dafür ein Datum genannt wird. Coinbase verfügt in der EU über eine MiCA-Lizenz für seine Kryptodienste. Diese Lizenz sagt für sich genommen nichts über die Agentenfunktionen aus: Die Aufsicht bezieht sich auf die Dienstleistung des Anbieters und nicht auf die Software, mit der ein Kunde auf diese Dienstleistung zugreift. Welche Anbieter inzwischen Agentenzugang bieten und in welcher Form, zeigt unser AI Leaderboard.

Coinbase ist nicht der einzige Anbieter, der auf Agenten setzt. Kraken kündigte im Juli 2026 an, seine App um agentisches Handeln herum neu zu bauen, und bei anderen Anbietern gehen die Befugnisse eines Agenten weit auseinander: vom reinen Mitlesen bis zum tatsächlichen Platzieren von Orders. Eine Übersicht der Anbieter und ihrer Bedingungen findet sich auf unserer Seite mit Krypto-Börsen.

Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit Risiken verbunden; ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.