Kraken weitet Optionshandel in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf Europa aus
Kraken hat Optionen auf Bitcoin und Ether für professionelle und institutionelle Kunden gestartet und will das Angebot in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf Europa ausweiten. Die Börse verweist dabei auf ihre europäischen Zulassungen, darunter eine MiFID-Lizenz für Wertpapierdienstleistungen. Ein konkreter Starttermin und eine Liste der Länder stehen noch aus.
Die Kryptobörse Kraken hat am 16. Juli Optionen auf Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) für professionelle und institutionelle Kunden gestartet. Ende Juli teilte das Unternehmen mit, dass Europa die nächste Region ist, in der das Produkt verfügbar werden soll: Der Rollout ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, vorbehaltlich der Bestätigung durch die Aufsichtsbehörden. Ein Starttermin und eine Länderliste wurden bislang nicht veröffentlicht.
Was Kraken gestartet hat
Es handelt sich um Optionen europäischer Art: Kontrakte, die ausschließlich am Verfallstag ausgeübt werden können. Der Begriff sagt nichts über die geografische Verfügbarkeit aus. Die Kontrakte werden in bar in US-Dollar abgerechnet, wobei Prämie, Ergebnis und Abrechnung jeweils auf Dollar lauten. Zum Start stehen wöchentliche, monatliche, vierteljährliche und halbjährliche Laufzeiten zur Verfügung. Gehandelt wird zunächst über ein Request-for-Quote-System, bei dem ein Händler einen Preis bei einer Gegenpartei anfragt, und nicht über ein öffentliches Orderbuch.
Angeboten werden die Optionen innerhalb von Kraken Pro, der Plattform für fortgeschrittene Nutzer, und sie liegen in derselben Wallet wie Spothandel und Futures. Portfolio Margin ist für alle berechtigten Kunden standardmäßig aktiviert, gegenläufige Positionen senken dabei die erforderliche Sicherheitsleistung. Als Sicherheiten sind mehr als dreißig verschiedene Währungen zugelassen. Laut Kraken sollen in späteren Phasen ein öffentliches Orderbuch und ein breiteres Spektrum an Basiswerten folgen.
Warum Europa zuerst an der Reihe ist
Kraken begründet den Fokus auf Europa mit seinen dortigen Zulassungen. Die Payward Europe Digital Solutions (CY) Limited verfügt über eine Lizenz als Wertpapierfirma der zyprischen Aufsichtsbehörde CySEC, womit die Gruppe innerhalb des europäischen MiFID-Rahmens tätig sein kann. Zudem besitzt Kraken seit Juni 2025 eine MiCA-Lizenz der irischen Zentralbank für sein europäisches Kryptogeschäft. In den Vereinigten Staaten liegt der Schwerpunkt nach Angaben der Börse vorerst auf Perpetual Futures statt auf Optionen.
Diese Unterscheidung ist regulatorisch bedeutsam. Die europäische Kryptoverordnung MiCA (MiCAR) regelt Dienstleistungen rund um Kryptowerte selbst, etwa Handel, Verwahrung und Tausch. Derivate mit Kryptowerten als Basiswert, darunter Optionen und Futures, fallen nicht unter MiCAR, sondern unter MiFID II, den bestehenden europäischen Rahmen für Wertpapierdienstleistungen. Wer solche Produkte in der EU anbieten will, benötigt dafür also eine gesonderte Zulassung.
Was noch offen ist
Für europäische Anlegerinnen und Anleger ändert sich vorerst nichts. Die Optionen richten sich an professionelle und institutionelle Marktteilnehmer und sind in Europa noch nicht verfügbar; Kraken beschreibt den europäischen Rollout als Plan und nicht als laufenden Dienst. Offen bleibt, welche Mitgliedstaaten zuerst Zugang erhalten, wann der Wechsel vom Request-for-Quote-Modell zu einem öffentlichen Orderbuch erfolgt und welche zusätzlichen Genehmigungen dafür nötig sind. Eine Übersicht der Anbieter, die nach europäischem Kryptorecht zugelassen sind, finden Sie auf unserer Übersichtsseite der Börsen.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowerten und Derivaten ist mit erheblichen Risiken verbunden.
