OKX öffnet Pre-IPO-Märkte auf OpenAI und Anthropic für europäische Händler

OKX öffnet Pre-IPO-Märkte auf OpenAI und Anthropic für europäische Händler

Die Krypto-Börse OKX hat am 10. September zwei neue Produktkategorien für europäische Kunden freigeschaltet: Pre-IPO-Märkte auf noch nicht börsennotierte Unternehmen sowie rund hundert tokenisierte Aktien. Die ersten Pre-IPO-Märkte betreffen OpenAI und Anthropic, mit einem Hebel von bis zu 10x. Das Angebot läuft über die OKX Europe Markets Ltd. unter einer maltesischen Wertpapierlizenz, nicht unter der MiCA-Zulassung der Börse. In den eigenen Risikohinweisen stellt OKX klar, dass die Kontrakte kein Eigentum und keinen Anspruch gegenüber den genannten Unternehmen begründen.

Die Krypto-Börse OKX hat am 10. September 2026 zwei neue Produktkategorien für europäische Kunden geöffnet: Pre-IPO-Märkte auf Unternehmen, die noch nicht an die Börse gegangen sind, und tokenisierte Aktien. Die ersten Pre-IPO-Märkte beziehen sich auf die KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic. Angeboten wird das über die OKX Europe Markets Ltd., die von der maltesischen Aufsichtsbehörde MFSA nach dem Investment Services Act lizenziert ist. Das ist eine andere Zulassung als die MiCA-Autorisierung, unter der OKX seine Kryptodienste in der EU anbietet.

Die Pre-IPO-Produkte heißen X-Perps: unbefristete Terminkontrakte ohne Verfallsdatum, mit denen Händler auf die implizite Bewertung eines Unternehmens long oder short gehen können – mit einem Hebel von bis zu zehn. Positionen lassen sich jederzeit eröffnen und schließen. OKX hatte X-Perps im April 2026 für den europäischen Markt eingeführt und gibt an, dass deren Volumen in Europa sich seit dem Ende der MiCA-Übergangsfrist im Juli vervierfacht habe. Nach Angaben von Erald Ghoos, CEO von OKX Europe, waren Pre-IPO-Märkte für die meisten europäischen Händler über klassische Broker und andere regulierte Plattformen bislang nicht zugänglich.

Daneben öffnet OKX rund hundert Märkte für tokenisierte Aktien und ETFs, darunter Google, Nvidia, Palantir, SpaceX sowie die Indexfonds SPY und QQQ. Diese Token sind rund um die Uhr handelbar, auch wenn die traditionellen Börsen geschlossen sind. Sie können innerhalb desselben Kontos als Sicherheit für X-Perps dienen, in DCA- und Grid-Bots eingesetzt und on-chain auf eine eigene Wallet abgezogen werden. Zu den unterstützten Ordertypen zählen unter anderem Limit-, Market- und Stop-Orders sowie TWAP und Iceberg.

Was Käufer tatsächlich erhalten, steht in den Risikohinweisen von OKX selbst. Ein Pre-IPO-X-Perp vermittelt weder Eigentum noch einen wirtschaftlichen Anspruch gegenüber dem referenzierten Unternehmen. Der Preis eines solchen Kontrakts kann deutlich von Bewertungen aus privaten Finanzierungsrunden und von einem späteren Börsenpreis abweichen; ein Börsengang kann verschoben, abgesagt werden oder nie stattfinden. Auch bei den tokenisierten Aktien erhält der Inhaber ausschließlich Preis-Exposure: keine Aktionärsrechte, kein Stimmrecht. Die Verwendung von Unternehmensnamen impliziert laut OKX keine Zusammenarbeit oder Billigung. Bei einem Hebel von bis zu 10x kann ein Teil oder das gesamte eingesetzte Kapital verloren gehen, wenn sich die Position gegen den Händler bewegt.

OKX ist nicht der erste Anbieter solcher Produkte. Kraken und Coinbase hatten Pre-IPO-Perps bereits für bestimmte Kunden außerhalb der USA gestartet, wobei Kraken die EU bisher ausklammert. Robinhood brachte im Sommer 2025 Token auf OpenAI und SpaceX in der EU heraus; OpenAI stellte damals öffentlich klar, dass diese Token keine Unternehmensanteile seien und keine Partnerschaft bestehe. Die litauische Zentralbank als zuständige Aufsicht prüfte das Produkt anschließend. Wie weit der Referenzwert von beobachtbaren Preisen abweichen kann, zeigt Anthropic: Perpetuals auf verschiedenen Handelsplattformen implizierten zuletzt eine Bewertung von rund 1,93 Billionen US-Dollar, während die Plattform PreStocks bei etwa 1,41 Billionen lag. Die jüngste Series-H-Runde bewertete Anthropic mit 965 Milliarden US-Dollar.

Für europäische Nutzer bedeutet der Start vor allem, dass auf einer Plattform, die viele ohnehin für den gewöhnlichen Kryptohandel nutzen, eine zusätzliche Produktkategorie hinzukommt – mit einem anderen regulatorischen Rahmen drumherum. Während Spot-Krypto unter MiCA fällt, unterliegen diese Derivate und tokenisierten Aktien der maltesischen Wertpapierlizenz und dem MiFID-Rahmen. Für die europäischen Aufsichtsbehörden bleibt offen, ob sie eine MiCA- und MiFID-konforme Konstruktion anders bewerten als die tokenisierten Instrumente, die im vergangenen Jahr für Diskussionen sorgten. Wer sehen möchte, welche Anbieter in Deutschland welche Produkte führen, kann den Vergleich der Krypto-Börsen auf Trust Your Coin heranziehen.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen und gehebelten Derivaten birgt erhebliche Risiken und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.